Gerade habe ich diesen Künstler per hhv.de entdeckt und sein Sound ist eine schöne Abwechslung zu dem, was ich derzeit sonst höre:
Nick Waterhouse - I Can Only Give You Everything (von NickWaterhouseVEVO)
Höhrer_Innen aus Deutschland werden “Proxtube” installieren müssen.
Turm 3 - Unter uns EP:
A1 Olectronic - Red Godzilla
A2 Stefko Kruse - Deep Drums
B1 Christian Ruppelt - Flashover
Digital Only Stefko Kruse - Deep Drums (Fred Wendekind Remix)
Bedachte Mischung aus Techno, House und Minimal!
(Quelle: threewordphrase)
Nachdem das Bildmaterial der letzten Beiträge eher über die große Textmenge hinwegtäuschen sollte, steht heute mal wieder ein typischer Design-Blog-Blogpost an:
Also nur Bilder, kein Text,und möglicherweise schlecht betitelte Links.
Leider muss ich eure(wie siech das anhört - eure) Hoffnungen letztlich doch enttäuschen, zu jedem Tee werde ich zumindest ein kurzes Statement abgeben.
Sämtliche Textilien sind im Rahmen der Threadless-Community zu erstehen. Diese wählt regelmäßig aus den Einsendungen verschiedenster Wettbewerbe die besten Motive aus, die dann ihren Weg auf ein Tee bzw. einen Hoodie finden.


Mit diesem Shirt lässt sich die Vorfreude deiner Mitmenschen auf moderne Kinoklassiker systematisch ausrotten. Die Pointen der Filme sind in relativ charakteristischen Grafiken umgesetzt und obwohl die unterschiedlichen Schriftarten eigentlich so gar nicht zusammen passen sollten, hat Olly Moss durch die einfach Farbwahl doch noch die Kurve bekommen. Mich persönlich stört am Design die rechteckige Anordnung der Elemente, diese Compilation hätte man ruhig etwas anarchischer gestalten können. Und zu welchem Film gehört “Kristin shot J.R.”(ich befürchte eine Blamage ;) )?


… I don’t care what science says. Nicht nur für Astronomie-Nerd(falls man das sein muss, um über die neuesten Erkenntnisse bescheid zu wissen) ein stilechtes Tee-Design. Der Astronaut wirkt wunderbar knuffig, besonders durch die Mc Beth ähnlichen Arme und diesen süßen kleinen Pluto-Planeten. Zudem gefallen mir die warmen Farben des Oberteils.


Neben der wunderbaren Cheshire-Katze besticht dieses Motiv besonders durch seine besondere Farbwahl: Das Gesicht der Katze leuchtet im Dunklen & bei UV-Einstrahlung wird der Körper dieses außergewöhnlichen Geschöpfes sichtbar. Das Design ist simpel, fängt den sympathischten Charakter der Alice-Erzählung aber gekonnt ein ;).


Bestechen die bisher gezeigten Shirts besonders durch witzige Anspielungen weiß dieses Design durch Bildgewalt zu bestechen. Das Motiv erstreckt sich durch die einfache Farbgebung über das gesamte Textil und ist allein dadurch ein Hingucker. Zudem bin ich persönlich ein Fan von abstrakten Ansätzen in Sachen Shirt Design, weil die hundertste witzige Anspielung auf Star Wars oder Obst irgendwann nervt.


Überaus düster und kontrastreich. Der Hundekopf springt einem praktisch aus der Leere des weißen T-Shirts an und weiß durch feine Linien zu überzeugen. Es gibt nicht viele Tees in diesem Stil zu bewundern und die wenigen wissen mich fast immer zu überzeugen.


Ein weiteres Horror-Design, das gekonnt mit Farbkontrast umzugehen weiß. Als Druck auf einem Hoodie-Zipper wirkt das Motiv ziemlich beeindruckend und ist eine willkommene Abwechslung zu den gestreift-karierten Pullovern vieler Modehäuser. Gibt es Parallelen zum Film “Butterfly Effect”?


Auf Threadless grassieren mehrere Ausführungen dieses Konzepts, aber natürlich ist die Homage an Clockwork Orange die Beste ;). In Zukunft fordere ich zusätzlich eine Alex-Actionfigur und eine Milchbar in meiner Nähe. Gefällt euch das Model-Foto auch so gut wie mir?


Mit Omnipotenz lebt es sich einfacher. Stilistisch erinnert mich das Shirt an Star Wings für den Super Nintendo und andere Weltraum-Shooter vergangener Tage. Bei “Playing God” handelt es sich also um ein echtes Retro-Design ;). Leider finde ich die Farbwahl nicht ganz optimal, ich hätte zumindest ein helleres Shirt oder am besten gleich grellere Töne verwendet.


Wer muss hier noch an “Füchse” von den Absoluten Beginnern denken? Auf jeden Fall ist dieser Fuchs super-trendy und macht Lust auf Sommer, Cabriolets und eine Boombox.
Abschließend interessiert mich, ob ihr andere gute Adressen für schöne T-Shirts habt? Gerade hier gibt es wohl unsäglich viele Hinterhof- und Garagen-Projekte, die es zu entdecken gibt und vielleicht habt ihr ja gerade sogar selbst ein Design in der mache? Oder hast du es schon mal bei Threadless versucht?

Hayleys und Jeffs Geischt in Detailaufnahme, ihr Blicke springen hin und her, ebenso ihr Gespräch: Hayley wechselt immer wieder zwischen anständigen Smalltalk über ihre Jugendidole und doppeldeutigen Anspielungen, Jeff versucht auf dieses Spiel möglichst geschickt einzugehen. Merkwürdig daran: Hayley ist 14, Jeff 32 Jahre alt und erfolgreicher Model-Fotograf. Letztlich landet das ungleiche Duo bei ein paar Cocktails in Jeffs Villa, Hayley bewundert die scheinbar erotischen Aufnahmen des Fotografen und posiert selbst.
Was zunächst nach einer großen Teenager-Dummheit und einem zumindest in Ansätzen pädophilen Jeff klingt, ist in Wahrheit komplizierter: Die Sicht des Fotografen trübt sich, er verliert das Gleichgewicht – die von Hayley gemischten Drinks zeigen Wirkung. Hayley ist nach 4 von 5 Ärzten wahnsinnig. In den kommenden Stunden wird sich Jeff in der Gewalt des Kindes wiederfinden und auf sehr schmerzliche Art und Weise mit seiner Neigung zu jungen Mädchen konfrontiert werden.
Überzeugend ist allem voran die hohe Grundspannung David Slades „Hard Candy“. Das Geschehen erscheint wie ein Spiel mit ungewissen Ausgang, dessen Gewinner ständig wechselt. Dem Zuschauer werden dabei kleine Details vorenthalten, er ist nicht mehr allwissend, sondern muss sich auf die gegensätzlichen Aussagen der beiden Handlungsträger verlassen.

Dieser Nervenkitzel wird technisch sehr gut untermauert. Die wenigen hektischen Szenen des Films werden in ebenso überstürzten und unglaublich schnell geschnittenen Bildern umgesetzt, wobei die Kamera ständig sehr nah an den Charakteren verweilt. Zu Anfang zeichnet sich die Kameraführung durch sehr viel Detailaufnahmen aus: Beim ersten Zusammenkommen von Hayley und Jeff in einem Cafe wechselt die Ansicht immer wieder zwischen den beiden Gesichtern, jeder Blick und jedes Zwinkern wird gekonnt ins Szene gesetzt. Später lässt diese intensive Kameraführung leider etwas nach.
Die mittlerweile 24jährige Ellen Page passt perfekt in die Rolle der gewitzten Hayley, die sich im Laufe des Films als unglaublich kühl und durchaus wahnsinnig herausstellt. Im allgemeinen scheinen dem Schauspieltalent ähnlich überdrehte Rollen gut zu stehen, in „Super“ konnte sie zumindest ebenfalls überzeugen. Patrick Wilsons Performance sticht für mich zwar nicht ganz so heraus wie die von Ellen Page, ist aber dennoch durchweg ordentlich. Auch seine Rolle ist gut durchdacht, Jeff hebt sich vom Klischee eines Pädophilen ab.
So verdient die gelungene Komposition der Handlungsträger ein weiteres Lob: Bis zum Schluss bleibt unklar, wer von den beiden nun wirklich Gewalt und Perversion verfallen ist.

Es fällt mir schwer an „Hard Candy“ ernsthaft Kritik zu üben, David Slades Drama hat mich vollends überzeugt. Der Film setzt seine Grundidee wirklich gekonnt um und wartet mit frischen Ideen zu einem immer noch aktuellen Thema auf. So kann ich diese 100 Minuten Nervenkitzel wärmstens weiterempfehlen, einen Film mit Tiefgang und hoher Spannungskurve findet man schließlich selten.
Was ist deine Meinung zum Film?
Der Trailer zu Steven Silvers Verfilmung der Geschichte des Fotografenclubs “Bang Bang Club” gibt ausnahmsweise einen guten Eindruck des Streifens: Hier vermischt sich der Charme einer kaum abgedeckten Niesche mit Schussgefechten, Romanzen, stilisierten Charakteren und einem romantisiert-abenteuerlichen Lebensstil.
Angelegt ist die Story des Films an der wahren Geschichte der 4-köpfigen Fotografencrew, die zwischen 1990 und 1994 die grausamen Vorgänge während der Rassentrennung/Apartheid in Südafrika dokumentierten. Aufmerksamkeit erregte die Gruppe vor allem durch zwei Pulitzer-Preise, die auch im Film eine tragende Rolle spielen.

Greg Marinovich ist gerade im Kriegsgebiet angekommen und will sich nach eher ruhigen Projekten nun in der Dokumentation der Gewalt in Südafrika üben. Schnell trifft er auf die anderen Club-Mitglieder Kevin Karter, Ken Oosterbroek und João Silva. In Folge einer halsbrecherischen Entdeckungstour durch ein kriegerisches Township gelingen Greg einige ausdrucksstarke Aufnahmen der Gewalt, mit denen er es sogleich zu einer freien Mitarbeiterschaft bei der großen amerikanischen Zeitung schafft, bei der auch die anderen Fotografen des Clubs angestellt sind. In den folgenden Wochen kommt es zu weiteren gefährlichen Touren, die letztlich auch Opfer des Bang Bang Clubs fordern.
Interessant an Silvers Action-Doku ist vor allem der Blick auf das wenig behandelte Thema Kriegsfotografie und die Apartheit in Südafrika. Daraus folgen die positiven Aspekte des Films, wie die Darstellung des verzwickten Fotografenberufs. Greg und die anderen Crew-Mitglieder sind ständig mit größtem Leid konfrontiert, erleben dieses aber nur als Zuschauer. Aktiv dagegen vorgehen können sie nicht - und wollen es auch nicht unbedingt. Lichtblicke des Films sind daher vor allem die Szenen, in denen sich die Handlungsträger dieses Konflikts bewusst werden.
Aus der historischen Vorlage des Bang Bang Clubs und dem interessanten Szenario hätte man also eine tiefgehende, wenn auch frei interpretierte Dokumentation machen können. Leider hat man sich zu Gunsten eines breiteren Publikums für eine Hollywood-typische Herangehensweise entschieden, die sich vor allem in der Anfangs stark romantisierten Darstellung des Fotografenlebens und der klischeehaften Umsetzung der Charaktere wiederspiegelt. In den ersten 20 Minuten überlebt Greg mal eben eine halsbrecherische Expedition in die Townships, schießt dabei atemberaubende Bilder, kann damit sogleich die Redaktion begeistern, wird Teil des besten Fototeams der Zeitung und gerät ganz nebenbei noch in eine Beziehung mit seiner Arbeitgeberin. Villa und eine ordentliche Portion Nightlife folgen. Und natürlich ist Kevin Karter den ganzen Tag nur dicht, brabbelt wirres Zeug und bleibt auf ein bisschen Gras in so hohem Maße hängen, dass er das Fotografentum an den Nageln hängen muss.
Technisch fällt die filmische Umsetzung des Clubs zumindest nicht negativ auf, Silver macht Nutzen von typischen Gestaltungsmitteln. So finden sich schnelle Schnitte, eine gute Portion Camera Shake und einige Detail-Aufnahmen emotionsgeladener Gesichter. Bei einem Film über Fotografie könnte aber wirklich etwas mehr Bildgewalt vorhanden sein, die Kameraführung unterscheidet sich kaum von der eines mittelmäßigen Actionfilms.

“The Bang Bang Club” ist trotz des verschwendeten Potentials eine durchwegs unterhaltsame Abendgestaltung. Der Film hat trotz einiger Mängel starke Momente, die Story wird nicht langatmig und irgendwie geht es ja doch um Fotografie ;). Wer Lust auf Tiefgang hat, wird aber insgesamt enttäuscht sein.

Marjane ist bereits als Kind Zeuge einer Revolution und eines Krieges: Mit ihren Eltern und ihrer geliebten Großmutter wächst sie zu Zeiten des Schahs in Teheran auf. Als die islamische Revolution losbricht ist die Euphorie der kleinen Marjane groß, doch der Ausgang der Bewegung ist umso ernüchternder: Es entsteht ein neues Regime, das durch allgegenwärtige Repression das Leben im Iran noch unerträglicher macht. Marjane flüchtet sich heimlich in die verbotene Punk-Kultur und besucht mit ihren Eltern illegale Partys. Nach dem Ausbruch des Golfkrieges wird Marjanes Leben zunehmend gefährdet, weshalb sie von ihren Eltern nach Wien geschickt wird. Zwar findet sie dort schnell Freunde, wechselt ihren Bekanntenkreis aber häufig und leidet letztlich an einer missglückten Liebesbeziehung. Depressiv kehrt Marjane in den Iran zurück, wo sie unter anderem durch den Einfluss ihrer Großmutter ein geregeltes Leben beginnt. Doch auch dieses kurze Glück wird durch politischen Druck und eine erneute Liebschaft überschattet.
Präsentiert wird das Geschehen größtenteils in schwarz-weißem Zeichentrick, der mit der Graphic Novel Vorlage des Films einher geht. Der Zeichenstil ist dabei relativ minimalistisch gehalten, die Hauptcharaktere sind aber dennoch gut durch charakteristische Details voneinander abgegrenzt. Insgesamt ist mir die Präsentation des Films keinesfalls negativ aufgefallen - einige Szenen sind sogar hervorragend umgesetzt - allerdings wäre mit einem größeren Budget wohl auch noch mehr „Trick“ möglich gewesen. So bleibt die Umsetzung stilvoll, aber zeckmäßig.
Regisseurin Marjane Satrapi verarbeitet zusammen mit Vincent Paronnaud in „Persepolis“ ihre Vergangenheit. Die Geschichte, die das Leben Marjanes von den frühen Kindesjahren bis zum jungen Erwachsenenalter zu Zeiten hoher politischer Aktivität im Iran zeigt, hat auch durchaus ihren Reiz. Das Leben der Regisseurin steht wahrscheinlich exemplarisch für hunderttausende ähnliche Schicksale und zeigt das Leid des Bürgers in Folge des Krieges und der missglückten Revolution.

Andererseits möchte ich kritisieren, dass der Film seine Aussage mit der Wahl eines anderen Protagonisten interessanter und stärker hätte gestalten können. Marjane ist meist indirekt von den politischen Ereignissen betroffen, selbst aktiv wird sie im Rahmen der Handlung nicht. Das übernimmt z.B. ihr Onkel, der in Folge seines Engagements hingerichtet wird. Ziel „Persepolis“ war es sicher, die Gecshichte der Regisseurin und das Schicksal des „normalen“ Bürgers darzustellen, die im Film enthaltene Kritik ist dadurch aber weniger scharf. Zudem hätte das Leben einer politischen Aktivistin auch mehr Handlung abseits des pubertären Normalbetriebs, wie er besonders in der Mitte des Films überhand nimmt, hergegeben. So liegt der Fokus des Films später vor allem auf der Fremde Marjanes in Europa, wie auch in ihrem Heimatland.
„Persepolis“ bleibt meiner Meinung nach zwar hinter seinem Potential zurück, dafür steht der Film in Folge seines Stils und seines brisanten und aktuellen Themas abseits der Massenfilmkultur. Eine uneingeschränkte Empfehlung gibt es daher nicht, interessante Eindrücke lassen sich aber definitiv gewinnen.

Merkwürdig – kein anderes Adjektiv beschreibt James Gunns Superhelden-Homage „Super“ für mich besser. Dabei schlägt der Independent Film zwar in eine ähnliche Kerbe wie „Kick-Ass“ oder „Scott Pilgrim“, geht die Thematik aber mit weitaus mehr schwarzen Humor an.
Frank D’Arbo ist ein Mitte 30jähriger Versager und Koch. Seine Frau Sarah Helgeland hat ganz andere Probleme: Nach langer Drogenabhängigkeit rettet sie sich in eine Ehe mit Frank, um einige Zeit später wieder den Rauschmitteln zu verfallen. In Folge dieser Entwicklung lernt sie Jacques kennen, einen Clubbesitzer und Drogenboss, der Frank kurzerhand Sarah ausspannt. Der am Boden zerstörte Frank wird kurz darauf von einer scheinbar göttlichen Vision erleuchtet und beschließt, das Verbrechen in Zukunft als Superheld „Blutroter Blitz“ zu bekämpfen. Teenagerin und Comic-Verkäuferin Libby bekommt von Franks Kreuzzügen Wind und unterstützt diesen als Gehilfin „Blitzie“ bei seinem finalen Rachefeldzug gegen Jacques.
Einer der größten Unterschiede zu anderen Komödien dieser Art ist für mich die Objektivität bezüglich der Hauptcharaktere. Frank wird auch nach dem Antritt seiner „Superhelden“-Karriere weiterhin als Versager dargestellt, die Rechtfertigung seiner übertriebener Gewaltausbrüche durch christliche Motive erscheint allenfalls lächerlich. Ebenso verhält es sich mit Libbys regen Interesse an dem runzligen Burgerbrater, das in seiner Intimität hauptsächlich Fremdscham hervorruft. Mit dem Effekt des Fremdschams war zumindest ich über lange Passagen des Films konfrontiert, was eine Identifikation mit den Handlungsträgern doch arg erschwert(was sicher auch beabsichtigt ist).
Wie übertrieben dabei Handlung und Bilder sind, zeigt sich vor allem in den übersteigerten Gewaltszenen. Sobald das Chaos-Team aus „Blutroter Blitz“ und „Blitzie“ mit der Verwendung von Waffen begonnen hat, spritzen fortan Innereien und knacken Schädel. So schrecken Frank und Libby nicht davor zurück, einen Vordrängler krankenhausreif zu prügeln oder Vandalismus mit dem Tod zu ahnden.
„Super“ erscheint als Gesamtwerk weniger als reine Superhelden-Homage, sondern als witzig-derbe Kritik an klassischen Superheldengeschichten, Selbstjustiz und menschlichen Moralvorstellungen: In den letzten Worten des Films findet sich sogar eine direkte Antwort Franks auf das Urteil, das ein Großteil der Zuschauer in diesem Moment über ihn fällen mögen. Ich will allerdings auch nicht den Fehler begehen, die Tiefsinnigkeit des Films höher anzusetzen, als es eigentlich der Fall ist: „Super“ hat meiner Meinung nach vor allem Unterhaltung und Provokation durch obszön-absurde Szenen zum Ziel. Leider erscheint es zumindest für mich so, dass „Super“ an manchen Stellen witziger sein will, als der Film es tatsächlich ist.
Der Unterhaltungsfaktor von „Kick-Ass“ und „Scott Pilgrim“ ist für mich letztlich höher als bei „Super“, dieser ist dafür wie schon Anfangs klar gestellt – überaus merkwürdig. Wer dem Genre etwas abgewinnen kann und am entsprechenden Abend ein klein wenig Mordlust empfindet, ist mit „Super“ definitiv gut beraten!

Melancholia
Das langsame aufeinander Zugleiten der Planeten Melancholia und der Erde erinnert an Szenen aus „Tree of Life“ oder „2001: A Space Odyssey“. Durch das Spiel mit der Perspektive ist nicht klar erkenntlich, ob und wann es letztlich zum Zusammenprall kommt. Klarheit erlangt man zumindest als Zuschauer bereits nach 130 Minuten Spielzeit.
Diese teilt sich in zwei Hälften, die den Schwerpunkt auf jeweils einen der zwei Hauptcharaktere, die Schwestern Justien und Claire, legen. Zunächst findet sich der Betrachter bei den Hochzeitsfeierlichkeiten von Justine und ihrem Ehemann Michael wieder. Der Ablauf des Abends ist dabei bis ins kleinste Detail durchgeplant und entwickelt sich mehr und mehr zur Zerreißprobe für das Paar und deren Gäste. Zu diesem Zeitpunkt werden bereits kleine Andeutungen an die bevorstehende Annäherung Melancholias und Justines depressive Psyche deutlich.
Im zweiten Teil rückt deren Schwester Claire in den Vordergrund, wobei Justine immer noch relativ viel Bedeutung zukommt. Diese findet nach der verunglückten Hochzeitsnacht Unterschlupf bei Claires Familie und wird bis zur Ankunft von Melancholia von ihrer Schwester gepflegt. Diese ist von dem Vorbeiflug des fremden Planeten stark beunruhigt, sie fürchtet einen Zusammenprall. Justin hingegen scheint sich wenig um eine mögliche Zerstörung der Erde zu kümmern: Zwar erholt sie sich in Folge des Aufenhalts bei ihrer Schwester von ihrer Hochzeit, was aber nichts an ihrer zunehmenden Depression ändert. Die Handlung verdichtet sich zunehmend auf den Tag der Ankunft des fremden Himmelskörpers.
Gibt sich „Melancholia“ anfangs sogar streckenweise sarkastisch-humorvoll, ist der Name spätestens gegen Ende Programm. Damit mag der Film möglicherweise die falsche Wahl für einen heiteren Freitag Abend sein, die Grundstimmung des Films ist allerdings authentisch und macht diesen definitiv sehenswert: Selten wirkt Melancholia kitschig oder übertrieben romantisiert. Die Psyche der Hauptcharaktere wird überzeugend in Bild, Sprache und Ton umgesetzt, die Beziehungen zwischen den Handlungsträgern wirken vielschichtig und durchdacht.
Insbesondere in der zweiten Hälfte des Films wird der symbolhafte Charakter der beiden Schwestern klar: Während Justine dem möglichen Zusammenprall Melancholias mit der Erde gleichgültig gegenüber steht und darin vielleicht sogar eine Art Erlösung der menschlichen Existenz sieht, klammert sich Claire zunehmend an das Leben und hat bis zuletzt Hoffnung. Dies vermittelt den Eindruck, als ob sich die Gefühle der gesamten Menschheit in den Schwestern widerspiegeln würden. Für mich ist diese Herangehensweise gelungen und ein interessanter Ansatz, eine so weitreichende Katastrophe mitreißend und intensiv aufzuarbeiten: Am persönlichen Schicksal von Justine und Claire fällt es dem Zuschauer leichter, die Gefühlsgewalt der kommenden Katastrophe nachzuvollziehen. Leider wirken die beiden Hauptcharaktere dadurch streckenweise etwas gekünstelt und pathetisch.
Neben der psychischen Dichte des Films ist auch die filmische Aufmachung ein echtes Highlight. Technisch steht Melancholia den Highlights der vergangenen 2 Jahre in nichts nach, auch hier findet sich das gekonnte Spiel mit der Tiefenschärfe, viele und langanhaltende Großaufnahmen, sowie eine tolle farbliche Gestaltung. Auffällig ist die leicht unruhige Kameraführung, die bewusst den Stil eines amateurhaften Hochzeitsfilms nachahmt. Die Spezialeffekte sind zwar nicht das tragende Element des Films, aber definitiv stimmungsvoll und zeitgemäß.
Zusammenfassend kann ich Melancholia nur empfehlen. Auch wenn man kein Freund der – melancholischen – Grundstimmung ist und die Story, wie auch die Charaktere als zu gekünstelt empfindet, bleibt dennoch ein mitreißendes, psychologisches Drama, das das Szenario „Weltuntergang“ erfrischend aufarbeitet.
Was denkst du?
ZUM TRAILER: Meiner Meinung nach ist dieser nicht besonders aussagekräftig und sollte mit Bedacht genossen werden.
Im Zentrum der fotografischen Tätigkeit von Slimane stehen vor allem Models und Musiker. Seine Shootings für die verschiedensten Mode-Labels und und Events reichen dabei bis in das Jahr 1999 zurück. Neben der Fotografie finden sich auch drei Motion Design Projekte und Musikvideos auf seiner Website.
Links:

Es finden sich auch einige Farbfotografien in seinem Portfolio

Ein kurzer Blick auf die Arbeit Slimane’s offenbart: Er scheint sich hauptsächlich auf schwarz-weiß Fotografie mit subtilen Farbnuancen spezialisiert zu haben. Zusammen mit der größtenteils stimmungsvollen Beleuchtung und der klaren Komposition wirken seine Fotografien in gewisser Weise bedeutend auf mich, fast so, als wären sie von historischer Bedeutung.
Seine Videos überzeugen vor allem durch guten Schnitt und ästhetische Aufnahmen, wobei lediglich “I love USA” interessant für mich war(lasst euch nicht von dem Titel abschrecken).
Modefotografie mag nicht jeder Mann Sache sein, schließlich wirkt sie oftmals gestellt und künstlich. Slimane weiß aber definitiv, Menschen in Szene zu setzen.
Was ist euer Eindruck?
